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 Gebäudetypen - DDR & BRD

Auf machmaplazda.com tauchen immer wieder Begriffe oder Abkürzungen zu Gebäuden, Bautypen oder Stilen auf. Es wird jedoch kein Anspruch auf übertriebene Detailliertheit gelegt, im Vordergrund steht eher das Allgemeine. Weiterhin ist die Komplexität dieses Themas sehr groß und übersichtlich. Sofern in der Literatur vorhanden, werden die einzelnen Typen auch beschrieben - ansonsten werden aussagekräftige Bilder dargestellt. Für die korrekte Typenbezeichnung wird keine Gewähr übernommen, da sich die Literatur zum Teil selber wiederspricht.

1. Eckdaten (DDR)
2. Gebäudetypen (DDR)
    (Scheibenhochhäuser, Punkthochhäuser, Sondeformen)
3. Baustile und Experimentalbauvorhaben (BRD)
4. Quellen


Bautypen und Bauort (anklicken)

1. Eckdaten1* 

ab 1952: 
Blockkonstruktion (nicht geschosshohe Wandelemente)

1955 - 1959: 
Streifenkonstruktionen (geschosshohe Innen- und Giebelwandstreifen)

ab 1960: 
Tafelkonstruktion (geschosshohe und z. T. raumbreite Wandelemente in Maßen von 2,4*3,6 Metern)

ab 1972: 
weiterentwickelte Tafelkonstruktion mit Maßen in 6*6 Metern - Grundlage für WBS 70)


2. Gebäudetypen

WBS 70 (Wohnungsbauserie)1* 3*
- wurde in 5-, 8- und 11-geschossiger Bauweise errichtet


WBS 70/11 - Marzahn (Berlin)


WBS 70/8 - Ernst-Thälmann-Park (Berlin)


WBS70/11 mit angrenzenden WBS70/8 im Dessauer Stadtzentrum

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Typ WBS 70 gibt es jedoch auch Variationen mit unterschiedlicher Geschosshöhe im selben Block wie in Magdeburg5*:

 

Wie auf dem Bild links ersichtlich wird, wurde mit dem Typ WBS 70 viel ausprobiert und Modifiziert: So gibt es im Planungsgebiets des Magdeburger Hasselbachplatz den Typ WBS M86 mit Gestaltungselementen wie Erkern oder Loggien in 6- bis 7-geschossiger Bauweise. 5*

 

 

 

Selbiges findet man auch in niedrigerer Ausführung u.a. im Wendischen Viertel in Cottbus oder in Dessau:


WBS-Modifikation, Cottbus (Wendisches Viertel)


WBS-Modifikation, Dessau (Friederikenviertel)


QP 64 (Querwand Plattenbauweise)1* 3* 5*
- wurde in 10-geschossiger Bauweise errichtet. 

Der Typ QP 64 wurde ebenfalls in Magdeburg errichtet, wobei hier eine Modifikation stattfand:
- M 8 als 8-geschossige Variation
- M 10 als 10-geschossige Variation

Hingegen wurde in Dessau der Typ QP 64 als 10-geschossige Variante übernommen



QP 64/10 - Alexanderstraße (Berlin)


QP 64 als M 10 in Magdeburg ("Planungsgebiet Nord")   


QP 64 als M 8 im Magdeburger Zentrum



 

 

 

 



QP 64/10 in Dessau, Stadtpark    


QP 71 (Querwand Plattenbauweise)1* 3*
- ebenfalls in 10-geschossiger Bauweise, jedoch bis zum neuntem Geschoss mit Balkonen an der Seite errichtet. 



QP 71/10 - Grundriss (anklicken)


P2 (Plattenbauweise)3* 

- wurde in 5- und 11-geschossiger Bauweise errichtet. Aufgrund der speziellen Bauweise im Giebelbereich stehen die Gebäude am "Platz der Vereinten Nationen" in Berlin mittlerweile unter Denkmalschutz. 



P2/11 - Platz der vereinten Nationen (Berlin)

Der Typ P2 wurde in zahlreichen Modifikationen errichtet: So gibt es neben dem Typen "P2-Halle" aus Halle (Saale) auch eine Abwandlung des Typs in Magdeburg, wobei auf eine eigene Bezeichnung verzichtet wurde. 5*


P2 als Variation in Magdeburg

 

 



P2/5-Halle - Halle-Neustadt


Der 5-geschossige Typ wurde u.a. in Schwedt errichtet und kann wegen der ähnlichen Bauweise mit IW 83 verwechselt werden. Ein sofortiges Unterscheidungsmerkmal ist die Dachform: P2 ist eben, IW 83 hat einen "Knick".



P2/5 - Schwedt / Oder


IW 58 (Industrieller Wohnungsbau)3*
- 4-geschossig errichtet mit steilgeneigtem Satteldach

IW 63 (Industrieller Wohnungsbau)3*
- ist auch unter der Bezeichnung "Q 3 A" aufgeführt und wird im nächsten Abschnitt detailliert beschrieben.


IW 83 (Industrieller Wohnungsbau)1*
- 5-geschossig errichtet und mit einem Flachdach. Markant ist der "Knick" für die Innenentwässerung in der Dachmitte.


IW 83 - Süd (Frankfurt / Oder) 

WBR 83/5 (Wohnungsbaureihe)1*
- auffällig ist dieser Bautyp aufgrund seiner geschwungenen Balkonseiten.  Ende der 1980er-Jahre wurde in Rostock Geschoss "0" eingeführt, um die Fahrstuhlpflicht ab 6 Geschossen zu umgehen.


WBR 83/5 - Dierkow-Neu (Rostock)



WBR 83/5 - Neu-Hohenschönhausen (Berlin)


BR 83 (modifiziert)
1*  
- vier- bis sechsgeschossige Giebelgebäude aus vier Grundsegmenten mit individueller baukünstlerischer Gestaltung. In der nördlichen Altstadt von Rostock wurden1984-85 insgesamt 483
Wohneinheiten errichtet.

Q 3 A (Querwandkonstruktion) [ = IW 63]3*
- 4-geschossig errichtet mit leicht geneigtem Flachdach. Auffällig sind die Fenster des Treppenhauses, welche in halber Geschosshöhe zu finden sind. 



Q 3 A - Grundriss



WHH SK-65 25/22 - Springpfuhl (Berlin)


WHH SK-65 (Wohnhochhaus Skelettmontageweise)3*
- diese Hochhausscheibe wurde als Einzelhaus 22- oder 25-geschossig, oder als Doppelhaus 25/22- bzw. 25/25-geschossig in Berlin von 1974 bis 1977 und 1981 bis 1985 vom Wohnungsbaukombinat Berlin gebaut. 



WHH GT 84/85 - Ernst-THälmann-Park (Berlin)


WHH GT 84/85 (Wohnhochhaus Großtafelbauweise)3*
- erbaut mit 18 oder 12 Geschossen. Es gibt auch die 15/15-geschossige Bauweise. 


WHH GT 84/85 - Neu-Hohenschönhausen (Berlin)



 PH 16 - Halbe Stadt (Frankfurt/Oder)


PH 16 (Punkthochhaus)3* 5*
- ist ein 16-geschossiger Gebäudetyp der vom VEB Wohnungsbaukombinat Erfurt entwickelt wurde. Es gibt zahlreiche Modifikationen wie jene in Magdeburg oder Frankfurt/Oder.
Allgemeines Merkmal ist jedoch: 
quadratisch und ohne Balkone.


PH 16 - Magdeburg (Neustädter See)



 PH 12 - Neuberesinchen (Frankfurt/Oder)


PH 12 (Punkthaus)3*
- ist ein 12-geschossiger Gebäudetyp in Frankfurt/Oder und Berlin. Erbaut wurde der Typ ab 1978 und ist vom Plattenrastersystem identisch mit WBS 70 (6*6 Meter). Merkmal: ein- bzw. zweireihige Balkone.



WHH GT 18/21 - Fennpfuhl (Berlin)


WHH GT (Wohnhochhaus Großtafelweise)3*
- erbaut als einzelstehendes Hochhaus mit 18 Geschossen oder in Berlin auch als Doppelgebäude 18/21-geschossig.


WHH GT 18 - Marzahn (Berlin)



"Rostocker Windmühle" - Evershagen (Rostock)


"Rostocker Windmühle"1*
- ein 18-geschossiges, balkonloses Wohnhochhaus. Errichtet in Rostock-Evershagen und Lütten-Klein. Welcher Gebäudetyp hier den Grundstock bildete, ist nicht bekannt.


"Rostocker Windmühle" - Lütten-Klein (Rostock)



"Würfelhaus" - Neu-Olvenstedt (Magdeburg)


"Würfelhaus"4* 5*
- bezeichnet ein 6-geschossigen Wohnkomplex, basierend auf Typ P2 des VEB Wohnungsbaukombinates Magdeburg.
"Y-Hochhaus"
- bezeichnet drei 14-geschossige Hochhäuser, die u.a. in Dessau und Halle-Neustadt vorzufinden sind.
Näheres zum Ursprungsbautyp sind nicht bekannt


Dessau (Innenstadt)


EW 65 B - Typisiertes Einfamilien-Wohnhaus mit Steildach, Zentralheizung und einer Grundfläche von 76 m² für 5 Personen. Realisiert in Ribnitz-Dammgarten. Der Typ "S" ist nicht unterkellert, jedoch mit einem Nebengebäude versehen, r
ealisiert u.a. in Nienhagen (Kreis Bad Doberan).1*

HB 5 - Doppelhaus mit Steildach für zwei Familien, realisiert in Hohendorf (Kreis Wolgast).1*

EW 71 C
- Einfamilien-Wohnhaus mit Obergeschoss in Reihenhausbauweise. Realisiert in Proseken (Kreis Wismar).
1*

FW 71 C 
- zweigeschossiges Reihenhaus, realisiert in Kröpelin (Kreis Bad Doberan).
1*

 


Halle-Neustadt (Quelle: Wikipedia.de, 07/11)


Ihme-Zentrum in Hannover

3. Bautypen und Experimentalbauvorhaben

Meta-Stadt:
Neue Stadt Wulfen – In der Region Dorsten wurden 1958 neue Zechen geteuft und so musste Wohnraum für 8.000 Arbeiten geschaffen werden. Als Teil dieses neuen Siedlungsraum wurde die Meta-Stadt 1973 errichtet und aufgrund bautechnischer Mängel 1987 wieder abgerissen. Die Meta-Stadt bestand aus vorgefertigten Stahlbauteilen mit ca. 100 Wohneinheiten. Wulften gehört heute zur Stadt Dorsten. 2*
Weitere Informationen: [ hier  klicken ]

Raumstadt:
Dieser Begriff wurde von Walter Schwagenscheidt, Eckard Schulze-Fielitz und Yona Friedmann geprägt. Ihr Ursprung geht allerdings auf eine japanische Architekten- und Stadtplanergruppe („Die Metabolisten“) zurück. Ein klassisches Beispiel für eine Raumstadt ist die Frankfurter Nordweststadt . 2*

Brutalismus:
Stil wurde von Hans Asplund geprägt und der Name stammt vom frz. „beton brut“ (= Sichtbeton).  Der Stil wurde um 1950 bis in die 1960er Jahre angewandt (Ihme-Zentrum). Kennzeichnend war die geometrische Form, Stahl, Glas, Beton und Backstein-Elemente. 2*

New Brutalsim: Anders als der Brutalismus und wurde jener in GB geprägt. Vorrangig handelt es sich bei diesem um eine Architektur- und Städtebau –Theorie, während es beim Brutalismus um einen reinen Architekturstil geht. 2*

4.Quellen:

1* Bezirksbauamt Rostock (1986): "Bauen im Ostseebezirk (Band 8-1986)", Rostock

2* wikipedia.de (25.07.2009)

3* iemb.de (15.08.2009)

4* hoyerswerda.de (17.08.2009)

5* magdeburg.de (9.8.2011)

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